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„Wir lernen von den Ösis“: Ahrntal zieht Grenzzaun

Sand in Taufers/Ahrntal – Nach dem der Staat Österreich den Bau des umstrittenen Grenzzauns am Brenner bereits geplant hat, überrascht nun das Ahrntal mit einer ähnlichen Entscheidung. Auch das Ahrntal möchte die Zuwanderung besser kontrollieren und wird in absehbarer Zeit auch einen Zaun am Taleingang aufstellen.

Der offene Konflikt zwischen dem Ahrntal und dem restlichen Pustertal ist schon seit längerem bekannt (der „Gipfelbote“ berichtete). Nun hat die Gemeinde in Sand in Taufers eine weitere Maßnahme zur Zuwanderungsbeschränkung gesetzt, die jener der Bundesrepublik Österreich sehr ähnelt. Ob diese ganz einfach abgeschaut wurde, wurde von der Gemeinde bisher nicht bestätigt. Das Ahrntal möchte nämlich nur noch eine kontrollierte Anzahl an Pustrern Einlass in ihr Tal gewähren. Um dies zu gewährleisten, hat die Legislative des Tales beschlossen einen Grenzzaun nach dem Vorbild Österreichs am Taleingang zu ziehen. Wann der Bau beginnen wird, wurde noch nicht festgelegt. Das Projekt selbst aber wurde bereits genehmigt.

Der Prototyp des Zauns: reginoales Holzgesteck made in AhrntalDer Prototyp des Zauns: reginoales Holzgesteck made in Ahrntal

Die Skizzen für den Verlauf des Zauns und dessen Gestaltung lieferte der Töldra Stararchitekt T. Schurtschenthaler, welcher durch seine gestalteten Großprojekte, wie Schloss Taufers oder Hochgall, bekannt und auch mehrfach ausgezeichnet wurde. Um die „Töldra-Authentizität“ zu unterstreichen, werden nur Materialien aus dem Tal für den Bau verwendet. An einigen Passagen werden sogar regionale Produkte direkt am Zaun angeboten werden. Des weiteren muss der Grenzzaun noch an einigen Stellen unterbrochen bleiben, damit das Vieh ansässiger Bauern noch durch kann. Diese sollen mindestens bis „Almabtrieb“ geöffnet bleiben, so ein Gemeindesprecher.

Über die Vorgehensweise am Grenzzaun wurden noch keine vielsagenden Aussagen getroffen. Man weiß zurzeit nur, dass alle Fahrzeuge mit einem Pustertaler Kennzeichen stärker kontrolliert werden und im weiteren Verlauf der Zugang bis auf Weiteres beschränkt wird. All jene Puster, die eine verwandschaftliche Verbindung vorweisen können oder mehr als 25% Aktienanteilhaber einer Töldrer-AG sind, werden aber weiterhin einreisen dürfen.

Man sei sich bewusst, dass diese neuen Maßnahmen die Beziehungen zum Pustertal ein weiteres Mal auf die Probe stellen, doch der Schutz des „Töldratums“ hat eine höhere Priorität, so der Gemeindesprecher.

 

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